Candidate Journey

Die Candidate Journey beschreibt die „Reise“, die potenzielle Mitarbeitende vom ersten Kontakt mit einem Unternehmen bis zur finalen Entscheidung (Anstellung oder Absage) durchlaufen. Sie umfasst alle Interaktionen und Berührungspunkte (= Touchpoints), die Kandidaten und Kandidatinnen mit dem Unternehmen haben. Eine positive Candidate Journey ist ein entscheidender Faktor im Employer Branding, da sie das Bild des Unternehmens als Arbeitgeber maßgeblich mit beeinflusst.

BEDEUTUNG EINER POSITIVEN CANDIDATE JOURNEY ALS ARBEITGEBER.

Es ist eigentlich ganz einfach: je positiver das Erlebnis entlang der Candidate Journey ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kandidaten bewerben und auch Teil des Unternehmens sein wollen. Letztendlich kommt der Begriff Journey in Candidate Journey nicht von ungefähr – denn bei einer Urlaubs“reise“ ist es ganz genauso. Die Konsequenzen einer sympathischen und nahbaren Kandidatenreise können bedeutungsvoll für jeden Arbeitgeber sein, denn …

… ein positiver Kandidatenprozess stärkt die Wahrnehmung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber. Zufriedene Kandidaten neigen dazu, positiv über ihre Erfahrungen zu sprechen, auch wenn sie nicht eingestellt werden. Dies kann das Image des Unternehmens als Arbeitgeber verbessern und ist beispielsweise kununu sogar einen eigenen Bewertungsreiter wert.

… eine reibungslose und positive Candidate Journey erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Top-Talente das Unternehmen zunächst in Erwägung ziehen und sich im weiteren Verlauf der Reise für das Unternehmen entscheiden und bewerben.

… Kandidaten vergleichen mehrere Unternehmen als potenzielle Arbeitgeber miteinander und dazu gehören auch die Erfahrungen auf dem Weg zur Bewerbung. Je positiver, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sich Arbeitgeber entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern und wichtige Punkte im Entscheidungsprozess der umworbenen Kandidaten sammeln.

… eine positive Candidate Journey bereitet den Weg für eine darauffolgende höhere Mitarbeiterbindung. Sie beeinflusst schon vor dem Start der Zusammenarbeit die Zufriedenheit und das Engagement der Mitarbeitenden, da sie sich wertgeschätzt und willkommen fühlen.

Candidate Journey und Candidate Experience: wo liegen die Unterschiede

Beide Begriffe sind eng miteinander verbunden, beziehen sich jedoch auf unterschiedliche Aspekte innerhalb des Bewerbungsprozesses.

Die Candidate Journey beschreibt den gesamten Weg, den Kandidaten von der allerersten Berührung mit dem Arbeitgeber bis hin zum tatsächlichen Onboarding, gehen. Hier geht es vor allem um das „Was“. Also an welchen objektiven „Haltestellen“ auf der Reise kommen Kandidat und Unternehmen tatsächlich in Berührung.

Die Candidate Experience dagegen beschreibt im wörtlichen Sinne der Übersetzung die Erfahrungen, die die Kandidaten auf dieser Reise machen. Hier geht es also um die subjektiv empfundenen Wahrnehmungen, Gefühle und Eindrücke.

Möchte ein Unternehmen die Candidate Journey verbessern, muss immer auch die Candidate Experience berücksichtigt werden. Denn das Ziel besteht nicht nur daraus, die Prozessschritte auf der Reise zu optimieren, sondern auch sicher zu stellen, dass die Kandidaten an jedem Berührungspunkt emotional und psychologisch positive Erfahrungen mit dem Arbeitgeber machen.

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Dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf – wir beantworten Ihre Fragen gern und schauen gemeinsam mit Ihnen, wie auch Sie sich als Arbeitgeber attraktiv positionieren. Wir freuen uns auf Sie!

Antje Vogel
Prozess & Analyse
Diana Will
Strategie & Konzeption

DIE FÜNF PHASEN DER REISE VOM KANDIDATEN ZUM MITARBEITENDEN

Die Candidate Journey besteht in der Regel aus mehreren Touchpoints, die jeweils Einfluss darauf haben, wie Kandidaten das Unternehmen als Arbeitgeber wahrnehmen. Diese Touchpoints erstrecken sich von der ersten Begegnung bis hin zum Abschluss des Bewerbungsprozesses. Häufig wird das Onboarding als Teil der Candidate Journey gesehen, auch wenn dieser Touchpoint streng genommen zur „Mitarbeiterreise“ und nicht zur „Kandidatenreise“ gezählt werden kann. Wir sehen diese Phase jedoch auch noch als Teil der Kandidatenreise und führen daher diese Phase hier mit auf.

Die Candidate Journey unterteilen wir in folgende 5 Phasen:

Phase 1: Anziehung
In dieser Phase wird der Kandidat sich des Unternehmens das erste Mal als Arbeitgeber bewusst. Das kann über unterschiedlichste Kanäle in der digitalen oder analogen Welt geschehen: Presse & Medien, Social Media, über Empfehlungen, Jobportale oder auch Karrieremessen. Hier entsteht eine erste Anziehung und ein Interesse, das in der nächsten Phase bedient werden will.
Phase 2: Information
Das Interesse ist geweckt. Jetzt möchte sich der Kandidat näher mit dem Arbeitgeber beschäftigen, um herauszufinden, ob sich eine Bewerbung lohnt. Nun nutzt er oder sie Kanäle, die Einblicke in das Unternehmen gewähren und dem Kandidaten die Chance bieten, sich mit Werten, Kultur und auch dem Angebot zu beschäftigen: Karriereseite, Social Media oder Bewertungsportale.
Phase 3: Bewerbung
Die Entscheidung ist getroffen: "Ich will mich bei diesem Unternehmen bewerben." Jetzt muss es schnell und ohne große Hürden zugehen. Das Unternehmen sollte die Touchpoints im Bewerbungsprozess so einfach wie möglich gestalten. Benutzerfreundlichkeit, Klarheit und Transparenz stehen im Mittelpunkt der Designs von Bewerbungsformularen und z.B. E-Mail-Kommunikation.
Phase 4: Auswahl
In dieser vorletzten Phase kommt es zum eigentlichen Auswahlprozess. An Berührungspunkten mit Kandidaten wie Interviews oder Assessments lernen sich beide Parteien kennen und prüfen, ob sie zusammenpassen. Im weiteren Verlauf folgen dann Kommunikationsanlässe zum Angebot und den Vertragsdetails. In dieser Phase wird der größte emotionale Impact auf die Kandidaten erzielt. Im besten Falle können hier eventuelle Faux-Pas aus den vorherigen Phasen aufgelöst werden.
Phase 5: Onboarding
Diese Phase beginnt nach der Vertragsunterzeichnung und vor dem ersten Arbeitstag. Jetzt gilt es, die Entscheidung des neuen Mitarbeitenden zu bestätigen und ihn auf den ersten Arbeitstag vorzubereiten. Darauf folgen dann Onboardingwochen (tlw. sogar Monate), in denen Kandidaten mittels Mentoring, Schulungen oder Netzwerkveranstaltungen in den neuen Job und die Kultur des Unternehmens eingeführt werden.

Fazit

Eine sorgfältig gestaltete Candidate Journey ist entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens im Wettbewerb um Talente. Eine positive Candidate Journey verbessert nicht nur das Employer Branding, sondern erhöht auch die Chancen, Top-Talente anzuziehen und langfristig zu binden. Durch eine durchdachte Gestaltung der einzelnen Phasen – von der Anziehung bis zum Onboarding – können Unternehmen sicherstellen, dass Kandidaten sich wertgeschätzt und willkommen fühlen.

Besonders wichtig ist es, die Candidate Experience in den Mittelpunkt zu stellen, da die subjektiven Erlebnisse der Kandidaten maßgeblich ihre Entscheidung beeinflussen. Arbeitgeber sollten daher sowohl die objektiven Prozessschritte als auch die emotionalen und psychologischen Aspekte der Candidate Journey optimieren.

Aktuelle Trends wie Digitalisierung, Individualisierung und Transparenz bieten zusätzliche Möglichkeiten, die Candidate Journey zu verbessern. Unternehmen, die diese Trends berücksichtigen und ihre Prozesse kontinuierlich anpassen, können sich entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern. Eine optimierte Candidate Journey ist somit nicht nur ein Mittel zur Talentgewinnung, sondern trägt auch zur langfristigen Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung bei.

Aus dem Cake-Blog.

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